Schüler und Solar-Energie

Initiative zur Mitbetreuung der Photovoltaikanlage

Dem stellvertretenden Schulleiter der Grund- und Mittelschule Martin Mühlbauer war es seit längerem ein Anliegen, die Photovoltaikanlage auf den Dächern der Schule mehr ins Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen zu bringen. Auf seine Initiative bildete sich eine Gruppe aus sieben Schülern der achten und neunten Klassen, die sich mit Hilfe von Fachlehrer Karl Post und Hausmeister Matthias Kiendl nun intensiv mit der Anlage auseinandersetzen wollen. Dazu gehört nicht nur ein grundlegendes Verständnis der Technik, sondern auch eine kontinuierliche Überwachung der Module über das Internet, z. B. hinsichtlich von Tagesverläufen und Tageserträgen der Stromerzeugung. Der Schulleiter drückte auch seine Hoffnung aus, dass sich die Schüler allmählich zu Spezialisten im Bereich der Solarenergie entwickeln, um ihr Wissen auch an die übrigen Klassen weitergeben zu können.

Nachdem der Geschäftsführer der Firma ‚GSW (Gold Solar Wind) Handels- und Betriebs- GmbH‘ Werner Neumaier bereits im Unterricht grundlegende Informationen zu erneuerbaren Energien vermittelt hatte, traf er sich am vergangenen Dienstag mit der neu gebildeten Solargruppe, um sie mit Details der Schulanlage vertraut zu machen. Sie war bereits im Juni 2010 in Betrieb genommen worden und hat eine Gesamtleistung von 70,92 kWp. Die 394 Module zu je 180 Wp wurden in Deutschland von der Firma ‚aleo solar‘ in Prenzlau hergestellt. Sie liefern jährlich etwa 64.000 kWh umweltfreundlichen Strom, wodurch im Jahr an die 38 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können. Der von den Modulen erzeugte Gleichstrom wird mit insgesamt acht Wechselrichtern der Firma ‚SMA‘ aus Kassel in Wechselstrom umgewandelt und in das Stromnetz der Stadtwerke Straubing eingespeist. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert dabei für das Jahr der Inbetriebnahme und weitere 20 Jahre eine Einspeisevergütung von 0,3804 Euro pro Kilowattstunde. Durch die Anlagenüberwachung mit einem Datenlogger der Firma ‚meteocontrol‘ aus Augsburg wird der störungsfreie Betrieb der PV-Anlage überwacht, wodurch die Einspeiseerträge gesichert sind. Wegen der sehr guten Wetterbedingungen vor allem im Mai konnte für 2011 das Jahresziel an Stromerzeugung bereits im September überschritten werden.

Bürgermeister Eduard Grotz erinnerte an die Investitionskosten von 223.720 Euro, die aus eigenen Haushaltsmitteln  finanziert wurden. Dafür erhält die Gemeinde jährlich etwa 24.400 Euro, die über 20 Jahre gerechnet an die 490.000 Euro ergeben werden. Insgesamt gesehen wäre Straßkirchen mit der großen  Solarstrom-Anlage in Gänsdorf inzwischen energieautark. (wg)

  • Schülergruppe zur Mitbetreuung der PV-Anlage